Farina di Nonna - Teig, Zutaten und Pizza zu Hause

5. Oktober 2026

Frische Pasta, Tomaten und Basilikum – die Zutaten für die "farina di nonna" sind bereit für ein köstliches Mahl.

Inhaltsverzeichnis

Wer eine Pizza mit luftigem Rand, kräftigem Aroma und echtem Steinofencharakter erwartet, möchte meist zuerst wissen, was hinter dem Namen Farina di Nonna steckt. Gemeint ist in Deutschland vor allem ein italienisches Pizzakonzept und keine fest definierte Mehlsorte aus dem Supermarkt. Ich zeige, worauf der Teig basiert, welche Zutaten den Geschmack prägen, was die Pizzen ungefähr kosten und wie sich der Stil zu Hause nachbacken lässt.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Kein klassischer Mehltyp, sondern vor allem der Name eines italienisch geprägten Gastronomiekonzepts.
  • Bis zu 72 Stunden Reifezeit sorgen für Aroma und eine lockere Teigstruktur.
  • Handarbeit und Steinofen prägen den knusprigen Rand stärker als der Mehlname allein.
  • Fior di Latte, Tomatensauce und Olivenöl tragen wesentlich zum italienischen Geschmack bei.
  • Für zu Hause eignet sich ein kräftiges Weizenmehl mit etwa 12 bis 13 Prozent Eiweiß.

Zutaten für die farina di nonna: Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Zucker und Olivenöl.

Der Name steht eher für ein Pizzakonzept als für eine Mehlsorte

Der italienische Ausdruck klingt zunächst nach dem Mehl der Großmutter. In der Praxis bezeichnet er jedoch überwiegend eine Restaurant- und Pizzamarke mit mehreren Standorten in Deutschland. Auf den Speisekarten stehen handgemachte Pizza, Pasta, italienische Vorspeisen, Desserts und Getränke.

Die Suchintention ist deshalb vor allem definitorisch und lokal. Viele möchten wissen, ob sie ein bestimmtes Produkt kaufen können, andere suchen eine Speisekarte, eine Filiale oder eine Erklärung für den besonderen Teig. Ein einheitliches Einzelhandelsmehl mit diesem Namen lässt sich daraus nicht ableiten.

Ich würde den Namen daher nicht mit Begriffen wie Tipo 00, Manitoba oder Semola gleichsetzen. Das sind Bezeichnungen für bestimmte italienische Mehlarten beziehungsweise Mahlgrade. Hier geht es eher um ein Rezept- und Gastronomiekonzept, bei dem die Verarbeitung mindestens so wichtig ist wie die Auswahl des Mehls.

Warum der Teig so locker und aromatisch wird

Der wichtigste Hinweis findet sich in der beschriebenen Teigherstellung. Der Teig reift mit sehr wenig Hefe bis zu 72 Stunden, bevor er verarbeitet wird. Diese lange Führung gibt dem Weizenmehl Zeit, Wasser aufzunehmen und Geschmack zu entwickeln. Sie ersetzt allerdings keine gute Rezeptur und macht aus jedem beliebigen Mehl automatisch eine hervorragende Pizza.

Auch die Verarbeitung entscheidet viel. Die Teiglinge werden von Hand ausgebreitet, damit der Rand möglichst viel Gas behält. Beim Ausrollen würde man diese Struktur teilweise zerstören. Genau deshalb wirkt ein handgeformter Rand oft luftiger und unregelmäßiger, während der Boden in der Mitte dünn bleibt.

Gebacken wird im Steinofen bei Temperaturen von fast 400 Grad Celsius. Die starke Hitze verkürzt die Backzeit und sorgt dafür, dass der Rand rasch aufgeht, ohne trocken zu werden. Für den heimischen Backofen ist das die größte Einschränkung. Mit einem Pizzastahl und maximaler Oberhitze kommt man näher an das Ergebnis heran, erreicht aber nicht immer dieselbe Ofenleistung.

Die genaue Mehlmischung wird öffentlich nicht detailliert ausgewiesen. Das ist wichtig, denn Angaben wie „besonderes Mehl“ verraten noch nichts über Eiweißgehalt, Wasseraufnahme oder Backstärke. Ich würde deshalb vorsichtig sein, wenn ein Händler behauptet, eine bestimmte Packung sei automatisch das exakte Originalmehl.

Diese italienischen Zutaten tragen den Geschmack

Der Teig ist nur ein Teil des Ergebnisses. Bei einer Pizza mit wenigen Zutaten fällt sofort auf, ob die einzelnen Komponenten ausgewogen sind. Besonders gut lässt sich das an einer Margherita erkennen, weil dort kein kräftiger Belag kleine Schwächen verdeckt.

Zutat Beitrag zum Geschmack Worauf es ankommt
Weizenmehl Struktur, Elastizität und Rand Ausreichende Backstärke für lange Teigführung
Tomatensauce Frische, Säure und Fruchtigkeit Nicht zu viel Sauce verwenden, damit der Boden knusprig bleibt
Fior di Latte Mildes Milcharoma und gleichmäßiges Schmelzen Vor dem Belegen gut abtropfen lassen
Olivenöl Rundung und leichte Fruchtigkeit Ein aromatisches, nicht bitteres Öl wählen
Basilikum Frische und typisch mediterrane Würze Erst nach dem Backen oder kurz davor auflegen
Grana Padano Salzige, nussige Tiefe Sparsam dosieren, damit er die Pizza nicht dominiert

Die Kombination aus hausgemachter Tomatensauce und Fior di Latte wirkt bewusst schlicht. Fior di Latte ist ein Kuhmilch-Mozzarella, der milder als viele kräftige Hartkäse schmeckt und beim Backen gleichmäßig zerläuft. Gerade bei einer Margherita ist diese Zurückhaltung eine Stärke.

Wer mehr Würze möchte, greift zu Varianten mit scharfer Salami, Peperoni oder Salsiccia Piccante. Ich finde solche Beläge geschmacklich spannend, würde sie aber erst probieren, nachdem ich den klassischen Teig kennengelernt habe. Sonst beurteilt man am Ende hauptsächlich die Schärfe und nicht die Qualität des Bodens.

So lässt sich der Stil zu Hause nachbacken

Eine exakte Kopie ist im Haushalt schwer, weil die meisten Backöfen bei 250 bis 300 Grad Schluss machen. Als solide Annäherung funktioniert jedoch ein kräftiges Weizenmehl mit etwa 12 bis 13 Prozent Eiweiß. Die Bezeichnung Tipo 00 beschreibt vor allem die Feinheit des Mehls und ist allein kein Qualitätsversprechen für lange Teigführung.

Für zwei Pizzen mit rund 30 bis 32 Zentimetern Durchmesser nutze ich als Ausgangspunkt folgende Mengen:

  • 500 g Weizenmehl
  • 325 g Wasser
  • 14 g Salz
  • 1 g frische Hefe
  • 10 g Olivenöl

Die Wassermenge entspricht einer Hydration von etwa 65 Prozent. Das ergibt einen relativ weichen Teig, der einen luftigen Rand begünstigt, aber etwas Übung beim Formen verlangt. Falls der Teig stark klebt, sollte man nicht sofort viel Mehl einarbeiten. Besser sind leicht angefeuchtete Hände und eine kurze Ruhepause.

  1. Mehl und Wasser grob vermischen und 20 Minuten ruhen lassen.
  2. Hefe, Salz und Olivenöl einarbeiten und den Teig glatt kneten.
  3. Den Teig abgedeckt zunächst bei Raumtemperatur anspringen lassen und danach 24 bis 48 Stunden kühl lagern.
  4. Am Backtag zwei Teiglinge formen, mindestens 90 Minuten temperieren lassen und vorsichtig von innen nach außen ausbreiten.

Im Backofen sollte ein Pizzastahl oder Pizzastein mindestens 45 Minuten vorgeheizt werden. Die Pizza kommt möglichst weit nach oben und braucht je nach Gerät ungefähr 5 bis 8 Minuten. Der Rand wird nicht völlig so aussehen wie aus einem 400-Grad-Ofen, aber die lange Teigführung bringt trotzdem deutlich mehr Aroma als ein schnell angesetzter Teig.

Ein häufiger Fehler ist zu viel Belag. Für eine Pizza dieser Art reichen etwa 70 bis 90 g Mozzarella und eine dünne Schicht Tomatensauce. Zu viel Feuchtigkeit verlängert die Backzeit und macht die Mitte weich.

Welche Größe und Variante zu welcher Gelegenheit passt

Die derzeit veröffentlichten Speisekarten zeigen häufig Größen von 34 und 48 Zentimetern. Die Preise unterscheiden sich je nach Standort und können sich ändern. Als Orientierung lag eine Margherita zuletzt bei etwa 11,90 Euro für 34 Zentimeter und 20,90 Euro für 48 Zentimeter. Dinkelteig wurde mit ungefähr 1,70 Euro beziehungsweise 3,40 Euro Aufpreis angeboten.

Variante Passt besonders gut für Meine Einschätzung
Margherita Ersten Besuch und Teigvergleich Die beste Wahl, um Rand, Sauce und Käse zu beurteilen
Funghi Milde, herzhafte Kombination Frische Champignons ergänzen den Teig, ohne ihn zu überdecken
Diavolo Fans von Schärfe und kräftigem Belag Würzig und charaktervoll, aber weniger geeignet für eine neutrale Teigbewertung
Vegane Pizza Rein pflanzliche Ernährung Die Zutatenliste sollte man je nach Standort und aktueller Karte prüfen
48-Zentimeter-Pizza Mehrere Personen am Tisch Preislich meist günstiger pro Person, wenn alle denselben Belag mögen

Für den ersten Eindruck bestelle ich eine Margherita oder eine einfache Funghi. So lassen sich Knusprigkeit, Salzgehalt und Teigaroma besser einschätzen als bei einer sehr reichhaltig belegten Premium-Pizza. Wer mit mehreren Personen bestellt, fährt mit der großen Variante oft günstiger, sollte aber den höheren Gesamtpreis und die begrenztere Auswahl beim Belag einplanen.

Mein Maßstab für die richtige Erwartung

Wer eine Packung Mehl mit diesem Namen sucht, sollte seine Suche auf ein italienisches Pizzakonzept und nicht auf eine klar normierte Mehlsorte ausrichten. Für das Backen zu Hause sind die Angaben auf der Mehlpackung entscheidender als ein romantischer Produktname. Ich achte auf Eiweißgehalt, Backstärke und Hinweise zur langen Teigführung.

Der eigentliche Unterschied entsteht aus dem Zusammenspiel von Mehl, wenig Hefe, langer Reifezeit, vorsichtigem Formen und sehr hoher Hitze. Genau diese Kombination erklärt, warum ein handgemachter Pizzateig mit wenigen Zutaten so viel besser schmecken kann als ein schnell zubereiteter Boden. Das Mehl ist der Anfang, aber nicht die ganze Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Farina di Nonna bezeichnet in Deutschland vor allem ein italienisch geprägtes Gastronomiekonzept mit Pizza, Pasta und weiteren Speisen. Es ist keine klar definierte Mehlsorte wie Tipo 00, Manitoba oder Semola.

Der Teig reift mit sehr wenig Hefe bis zu 72 Stunden. Zusätzlich werden die Teiglinge von Hand geformt und im Steinofen bei fast 400 Grad Celsius gebacken, wodurch der Rand rasch aufgeht und aromatisch bleibt.

Geeignet ist ein kräftiges Weizenmehl mit etwa 12 bis 13 Prozent Eiweiß und ausreichender Backstärke für lange Teigführung. Für zwei Pizzen dienen 500 g Mehl, 325 g Wasser, 14 g Salz, 1 g frische Hefe und 10 g Olivenöl als Ausgangspunkt.

Die veröffentlichten Speisekarten zeigen häufig Pizzen mit 34 und 48 Zentimetern Durchmesser. Eine Margherita lag zuletzt ungefähr bei 11,90 Euro für 34 Zentimeter und 20,90 Euro für 48 Zentimeter, wobei Preise und Aufschläge je nach Standort variieren können.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

pizzateig teigführung fior di latte tomatensauce steinofen

Beitrag teilen

Heidrun Schulze

Heidrun Schulze

Mein Name ist Heidrun Schulze und ich bringe 10 Jahre Erfahrung in der Welt der italienischen Kulinarik, Weine und Aperitifs mit. Meine Begeisterung für die italienische Küche begann schon in meiner Kindheit, als ich die Aromen und Traditionen Italiens durch meine Familie entdeckte. Diese Leidenschaft hat mich dazu inspiriert, mein Wissen über die vielfältigen Gerichte und die exquisite Weinvielfalt Italiens zu vertiefen und mit anderen zu teilen. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, die Leser über die besten kulinarischen Erlebnisse und die feinen Weine Italiens zu informieren. Dabei lege ich großen Wert auf gründliche Recherchen und vergleiche verschiedene Quellen, um sicherzustellen, dass die Informationen, die ich bereitstelle, sowohl nützlich als auch aktuell sind. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Leser auf eine genussvolle Reise durch die italienische Esskultur mitzunehmen.

Kommentar schreiben

Kommentare

2
AC

AceHunter

Das ist ja mal eine super Info!!! Ich dachte echt immer, Farina di Nonna WÄRE eine spezielle Mehlsorte, so wie Tipo 00 oder so… MAN, da lag ich ja VOLL daneben! Gut zu wissen, dass es mehr um das Konzept geht und die Reifezeit. Das mit den 72 Stunden ist ja KRASS, aber das Aroma muss dann echt der Hammer sein. Werde das mal mit meinem Weizenmehl probieren, vielleicht schaffe ich auch so eine knusprige Pizza zu Hause! DANKE für die Aufklärung!!!

IR

IronWolf2000

Interessant, dass "Farina di Nonna" primär ein Gastronomiekonzept ist und nicht direkt eine Mehlsorte. Das ist eine wichtige Unterscheidung, die im Artikel gut herausgearbeitet wurde. Mich würde interessieren, ob es statistische Daten gibt, die belegen, dass die 72 Stunden Reifezeit des Teiges tatsächlich zu einer signifikant besseren sensorischen Qualität der Pizza führen, die über den Placebo-Effekt hinausgeht. Auch die Aussage, dass ein kräftiges Weizenmehl mit 12 bis 13 Prozent Eiweiß für zu Hause geeignet ist, ist präzise, aber es wäre hilfreich zu wissen, ob es spezifische Marken oder Typen gibt, die in Deutschland oder Österreich leicht erhältlich sind und diese Kriterien erfüllen, um die Reproduzierbarkeit für den Hobbybäcker zu erleichtern. Die Betonung von Handarbeit und Steinofen ist nachvollziehbar, aber der Einfluss des Mehls selbst auf die Knusprigkeit des Randes könnte noch detaillierter analysiert werden, vielleicht mit Vergleichen zu anderen Mehltypen, die nicht primär für Pizza gedacht sind.

Heidrun Schulze
Heidrun SchulzeAutor

Vielen Dank für das tolle Feedback und die interessanten Fragen! Ich nehme das gerne für zukünftige Artikel auf.